Übermorgenwelt

Übermorgenwelt

Sonntag, 17. März 2019

Soirée Fantastique - Helden & Verfluchte

Erneut gab es eine Lesung in den Hallen der Übermorgenwelt Ulm e.V..
Dieses mal konnten wir am 08.03.2019, also passenderweise am Weltfrauentag, zwei phantastische Autorinnen für unsere Lesung gewinnen.
Jennifer Jäger aka Liza Grimm aus München und Julia Glöckler aka Julia Lange (die waschechte  Ulmerin erhielt spontanen Heimatapplaus) stellten uns ihre neuesten Werke in einer mehr als zweistündigen Lesung mit Fragerunde vor.
Sowohl bei der Vorstellung von "Blutgesang" als auch bei "Die Helden von Midgard" handelte es sich um Premiere-Lesungen, und die Autorinnen verschafften den Zuhörern einen spannenden Abend mit ihren tollen Geschichten, gespickt mit lustigen Anekdoten und "Flachwitzen"
(Was macht ein Stück Fleisch unter dem Sofa? - sich versteaken... ;D )
Die vorgetragenen Texte waren natürlich deutlich tiefgründiger!
Der Saal war mit 40 Personen sehr gut gefüllt und im Anschluss an die Lesung zog es die Gäste, auf der Jagd nach Widmungen und Signierungen, zu den beiden Erfolgsautorinnen. 
Die "Aftershow-Party" zog sich bis Mitternacht und wir hatten das Gefühl, dass sich sowohl die Gäste als auch die Autorinnen wohl gefühlt haben.









Wir freuen uns schon auf die nächste Lesung. 
Habt ihr Autorenwünsche - hinterlasst gern einen Kommentar!

Freitag, 8. März 2019

Für Kurzentschlossene: Eintauchen ins phantastische Japan


Unsere Vereinsmitglieder Graciela und Angela haben der Ausstellung mit dem Titel „Von Zauberwesen, Ungeheuern & Gespenstern“  im Museum Ulm mehr als einen Besuch abgestattet und lassen uns an ihren Eindrücken teilhaben. Das Museum hat die Ausstellung noch bis zum 10.03.2019 verlängert - eine letzte Möglichkeit sich verzaubern zu lassen gibt es also noch an diesem Wochenende!



Als mir der Titel „Von Zauberwesen, Ungeheuern & Gespenstern“ ins Auge sprang, dachte ich: „Das klingt doch nach etwas für die Übermorgenwelt“… Dann forschte ich nach. Es war der Titel einer Ausstellung im Ulmer Museum über Japanische Holzschnitte des18. & 19. Jh. - ok, vielleicht doch nicht wirklich für Übermorgenweltler, sondern eher etwas für Kunst/Japanliebhaber …
Als  Bewunderer von Utamaro, Hokusai, Hiroshige & Co. zog es mich in die Ausstellung und so haben Angela und ich uns die Werke, man muss sagen: die Meisterwerke, zusammen angeschaut.
Fazit: Phantastisch! Selbst wer nicht viel mit diesen unglaublichen Drucken und seiner Qualität anfangen kann (und sich auch nichts unter Kabuki vorstellen kann): diese Geister- & Monstersammlung ist sehenswert! In jedem Bild ein Unwesen mit einer Geschichte, Sage, einem Märchen, so vielfältig, so gruslig und z.T. auch wunderbar absurd.
Beispiel: Ein froschartiges böses Wesen, dessen Lebensflüssigkeit sich in einer Delle seines Kopfes befindet, kann man überlisten, indem man sich vor ihm verbeugt. Das Wesen liebt höfische Sitten und verbeugt sich deshalb entzückt ebenfalls, wodurch die Flüssigkeit, die ihm Leben und Kraft schenkt, ausläuft.
Vieles, wie auch bei unseren Märchen, Geschichten und bösen Wesen, ist ein Ausdruck von Ängsten & Moral.

Im zweiten Stock der Ausstellung wird es interessant für alle Manga und Anime Fans. Hier geht es um deren Ursprung und Anfänge, denn letzten Endes sind all jene Bilder aus den vorigen Jahrhunderten Vorbild für dieses Genre. Unter anderem kann man eine damals noch auf Folie gezeichnete Szene aus einem Film des Studio Ghibli bewundern oder auch einem der ersten Manga-Helden, Astro Boy, begegnen, der als Fernsehserie meine Kindheit begleitete. 
Am Schluss läuft man, eine Melodie aus Prinzessin Mononoke summend (ein Ausschnitt läuft begleitend in Endlosschleife auf einem Monitor), reich an Eindrücken aus der fantastischen Welt Japans, aus der Ausstellung.
Graciela


Ein paar Tage ist es schon her, dass wir uns die Holzschnitte angeschaut haben und vielleicht ist es auch ganz gut zwischen Bild und Niederschrift eine kleine Zeit verstreichen zu lassen, denn dann zeigt sich was an Eindrücken bleibt: Unglaublich detailreiche Holzschnitte und die Erinnerung an das eine oder andere Aha-Erlebnis.

So geht zum Beispiel aus den Bildern und erklärenden Ausstellungstexten hervor, dass in der japanischen Kultur nicht nur den Naturgewalten Geister innewohnen, sondern auch Werkzeugen. Das heißt die Idee von Transformer und Co. ist nicht neu, sondern im Grunde uralt.

Eine weitere Erkenntnis zeigte sich bei einer Bilderserie über den Erdbebenwels, der unter den japanischen Inseln haust und bei jeder seiner Bewegungen Erdbeben und Tsunamis auslöst. Im Grunde geht es in diesen alten Geschichten darum, eine Beziehung zu den naturgegebenen und zerstörerischen Elementen aufzubauen, um mit diesen irgendwie leben zu können. Oft werden sie auch aus diesem Grund verniedlicht dargestellt und bieten damit so eine Art Traumaverarbeitungsmöglichkeit.

Fast unheimlich und hellseherisch war im zweiten Stock eine Darstellung von Tsunami und radioaktiver Zerstörung, das einige Jahre vor dem Tsunamiereignis in Fukushima entstanden ist.

Insgesamt ist die Ausstellung überschaubar und die erklärenden Texte bringen einem die japanischen Denkweisen sehr anschaulich nahe. Aufgrund der großen Nachfrage wurde die Ausstellung bis zum 10, März verlängert und wer sich diese wundersamen Einblicke in eine fremde Welt noch gönnen möchte, sollte sich ein oder zwei Sunden Zeit nehmen, es lohnt sich. Der eine oder andere Eindruck mag sich geistergleich in unserer Welt ausbreiten wie auf dem Bild des Zeichners, der von dem Geist, den er gerade zeichnet, aus dem Bild heraus überrascht wird.
Angela








Mittwoch, 20. Februar 2019

Lesung "Helden & Verfluchte" - Liza Grimm und Julia Lange

Liebe Freunde der phantastischen Literatur,


eine weitere Lesung im Rahmen der "Soirée Fantastique" wird durch den Verein 
Übermorgenwelt e.V. angeboten.

Zwei herausragende Jungautorinnen der phantastischen Literatur,


werden ihre neuesten Werke im Rahmen der Lesung "Helden & Verfluchte" vorstellen.


Wann und Wo?

Am 08.03.2019 ab 20:00 Uhr im Fort Albeck


Die Plätze sind begrenzt, weshalb wir um eine verbindliche Anmeldung an die Email-Adresse: 

uebermorgen-welt@t-online.de

oder persönliche in unseren Vereinsräumen im Fort Albeck bitten.

Der Eintrittspreis beträgt 8€.



Montag, 4. Februar 2019

Neue Rezension!


Zeitreisen, Dinosaurier, Asteroiden, oh my...


Rezension zu "The Lost Project" von Robert Rittermann 


Erschienen unter dem Autoren-Label
Flying Cheese
ISBN: 9783947900022


von Anne Neuschwander




Hier geht's zur Rezi!

Sonntag, 27. Januar 2019

Neue Rezension



„Dragon’s Code“ von Gigi McCaffrey 

So eine Art von Rezension von Anne Neuschwander

Erschienen bei Penguin Randon House, derzeit nur auf Englisch            


Rührt die Trommeln für den Krieg,
Schlagt die Harfe für den Sieg,                                                            
Feuer, friss dich tief ins Land,
bis der Rote Stern gebannt



Hier geht's lang!

Donnerstag, 24. Januar 2019

Ein Liebesbrief in Drachenform

Anne McCaffrey und ihre „Drachenreiter von Pern“




Lob gebührt dem Drachenreiter,
zollt es ihm durch Wort und Tat,                                                            
seine starken Hände greifen,
lenkend in das Schicksalrad.




Sonntag, 2. Dezember 2018

Magische Welt auf der Kinder- und Jugendbuchmesse



Am Samstag, den 08.12.2018 wird die Übermorgenwelt wieder auf der Kinder- und Jugendbuchmessse Ulm im Stadthaus mit einem bunten Programm von 11-17 Uhr mit dabei sein.


Dieses Jahr könnt ihr mit uns Zauberstäbe gestalten, Zaubertricks erlernen und euch dabei von magischen und zauberhaften Geschichten unterhalten lassen!



Wann: Samstag, 8.12.18 
Wie lange: 11 Uhr bis 17 Uhr
Wo: Im Stadthaus Ulm (1. OG) auf dem Münsterplatz beim Weihnachtsmarkt. Ohne Anmeldung.



Das Programm der KIBUM als PDF (Download).


Die Kinder- und Jugendbuchmesse ist eine Wanderausstellung der Stadtbibliothek Oldenburg und bietet euch einen großen Überblick über die neuen Bücher im Kinder- und Jugendbereich. Zusätzlich findet ihr noch viele weitere tolle Bücher und andere Medien aus der Stadtbibliothek Ulm - zum Beispiel die Bücher der Ulmer Unke 2018, die Bücher zum diesjährigen Thema "Sinne", die Lesetipps aus Oldenburg, die Preisträger und Nomminierungen des Jugendliteraturpreises und vieles mehr. 
Mit im Gepäck sind natürlich auch viele phantastische Geschichten.

Weiterhin haben dieses Jahr die Schüler des Albert-Einstein-Gymnasiums Wiblingen tolle Bilder und Plasiken zum Thema gebastelt. Diese sind im Stadthaus in den Räumen der KIBUM ausgestellt.

Die KIBUM ist ab Samstag, den 1.12.18 ab 14 Uhr geöffnet. 
Im Stadthaus geht sie bis Sonntag, den  9.12.18 um 18 Uhr.

Im Blautalcenter gibt es auch noch Termine am 14.12.18 und am 15.12.18.


Ulmer Unke auf der KIBUM



Auf der  KIBUM wurden am Samstag, den 1.12.18 die diesjährigen Preisträger der diesjährigen Ulmer Unke bekannt gegeben. Hier ging der Preis zu unserer Freude an zwei phantastische Bücher:



Preis Bücher von 10-12 Jahre: 


Anna Ruhe
Die Duftapotheke - Ein Geheimnis liegt in der Luft
Arena Verlag














Preis Bücher von 12-14 Jahre:

Kerstin Gier
Wolkenschloss
FJB - Fischer Verlag Jugendbuch


 












Wir gratulieren den Gewinnern und wünschen spannende Unterhaltung mit den beiden Preisträgern!


03.12.18 J. D.

Freitag, 5. Oktober 2018

Autorenlesung " Matinée Fantastique" mit Bernhard Hennen und Robert Corvus

Mit Bernhard Hennen und Robert Corvus durften wir am 08.09.2018 zwei Größen der deutschen Fantastik in unseren Räumen begrüßen. Die Lesung bzw. das Erlebnis mit diesen Autoren war ein großer Genuß und ein voller Erfolg. Sowohl die Gäste, als auch die Autoren waren begeistert und jeder wünscht sich eine Fortsetzung.
Herr Schmiedberger von der Südwestpresse war ebenfalls unter den Anwesenden und hat den Abend aus seiner Sicht im folgenden zusammengefasst. (Ach ja- "grölen" trifft es meiner Ansicht nach nicht so ganz ;) - aber "gewöhnungsbedürftige Sangeskunst" wollte er wohl nicht schreiben - lest selbst): 


Wer einmal lautstark die Foggwulf-Fanfare gesungen hat, dem ist künftig nichts mehr peinlich. 
In Ulm waren es immerhin rund 40 Besucher, die zusammen mit Robert Corvus die Fäuste in die Höhe reckten und ungefähr zur Melodie von „Stille Nacht“ Zeilen wie „Das Drachenhaupt schaut stets voll Stolz“ grölten. Der groß gewachsene Autor sieht mit den mehr als schulterlangen Haaren und dem Vollbart sowieso beinahe so aus wie die Hauptfigur Asleif Phileasson, die er für die Romanreihe „Phileasson-Saga“ schreibt. 
Bernhard Hennen, die zweite Hälfte des Autorengespanns, das Samstagabend in den Räumlichkeiten der Übermorgenwelt Ulm e. V. zu Gast war, sieht darin augenzwinkernd einen Ausdruck des sogenannten „Method Writing“, bei dem ein Autor ähnlich einem Schauspieler beim Method Acting zu seiner Figur werde. Corvus habe diese Methode erfunden und in der Tat fällt es den Besuchern nicht schwer, dieser Argumentation zu folgen. Aber man war schließlich auch vorgewarnt: Lesungen mit Hennen und Corvus seien alles andere als gewöhnlich. 
Der Ulmer Verein, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, in den Kasematten des am Safranberg gelegenen Fort Albeck eine möglichst umfassende Bibliothek der phantastischen Literatur anzulegen und beim Nachwuchs das Lesen zu fördern, hat eine ausgezeichnete Wahl getroffen, als er dieses illustre Duo zu seiner ersten öffentlichen Lesung einlud. Zuvor schon habe man in einem nicht öffentlichen Rahmen Christian von Aster nach Ulm geholt, wie Wulf Neuschwander verriet. Bernhard Hennen hat Neuschwander vor einem halben Jahr auf dessen Lesung im Hugendubel Ulm angesprochen. Der zeigte sich sofort begeistert für einen Besuch des Forts. Einen Ort, den er am Abend der Lesung noch mehrmals als paradiesisch bezeichnen würde. 
Der 52-jährige Krefelder mit Studienabschluss in Geschichte, Vorderasiatische Archäologie und Germanistik verfasste in den 1990er Jahren einige Rollenspielabenteuer für „Das Schwarze Auge“, bevor ihm nach journalistischer Tätigkeit nicht zuletzt dank der Fürsprache von Wolfgang Hohlbein der Einstieg in die Schriftstellerei gelang. Es folgten zahlreiche Veröffentlichungen, von denen der umfangreiche Zyklus um „Die Elfen“ (Heyne) nach wie vor als Hennens Hauptwerk gilt, der seitdem auf viele Wochen in diversen Bestseller-Listen zurückblicken kann. Las er im Hugendubel noch aus dem Auftaktband seiner aktuellen Trilogie „Die Chroniken von Azuhr“ (Fischer Tor), so präsentierte er mit Robert Corvus in der Übermorgenwelt ein Kapitel aus dem noch aktuellen fünften Band der „Phileasson-Saga“ (Heyne), „Schlangengrab“. Der mehr als 700 Seiten starke Band sechs, „Totenmeer“, soll noch im November erscheinen, Band sieben, „Rosentempel“, im März 2019. Immerhin konnte Corvus die fertigen Titelbilder vorzeigen, die aber nicht immer genau den Vorstellungen der beiden Autoren entsprechen. Im Fall von „Der Himmelsturm“ habe es eine unklare Absprache mit dem Illustrator gegeben, an der sie durchaus nicht ganz unschuldig waren, wie Corvus witzelte. 
Der 46-jährige Kölner hat eine kürzere, aber nicht weniger vielfältige Autorenvita als sein „Seniorpartner“ Hennen. Seit gut 12 Jahren verfasst Bernd Robker unter den Pseudonymen Bernard Craw und Robert Corvus Romane für etablierte Serien wie „Das Schwarze Auge“, „Battletech“ und „Perry Rhodan“ bzw. „Perry Rhodan Neo“. Zu seinen eigenen Schöpfungen zählen die „Schwertfeuer-Saga“, die Reihe um „Die Schattenherren“ und jüngst die beiden Science-Fiction-Romane „Feuer der Leere“ und „Das Imago-Projekt“. Bei „Perry Rhodan“ habe er sich mittlerweile vom „Stammgastautor (oder so)“ zum „Stammgastautor“ gemausert. Vor einigen Monaten hatte Corvus sich auf dem Garching Con ausgedehnt über eine Ernennungsmail des Perry-Rhodan-Chefredakteurs lustig gemacht, in der tatsächlich das „(oder so)“ gestanden habe. Schon damals bewies der Autor echtes Showtalent, das er nun gemeinsam mit Hennen zur Entfaltung bringen konnte. Ist Hennen auf der Bühne der leisere, distinguiertere Charakter, so agierte Corvus als Showman, Enfant terrible und Hanswurst in einem. Immer wieder fiel er Hennen ins Wort, korrigierte, kommentierte und scherzte er – meist auf der kaum nennenswerten Bühne hin und hergehend oder einen Weg ins Publikum suchend („Ich nehm´ mir erstmal einen Keks“). Im besagten Kapitel, das von einer merkwürdigen Form des Theaters handelt, gab ihm Hennen freiwillig einen Part ab, weil nur Corvus diesen angemessen vorlesen könne. Hier meinte er wohl die alte Krämerin, die Corvus mit einem urkomischen osteuropäisch anmutenden Akzent vortrug. 
Wie es bei Hennen und Corvus üblich ist, nahm die eigentliche Lesung den geringsten Teil der Veranstaltung ein. Zu Beginn hatten die beiden kurz den Inhalt der „Phileasson-Saga“ skizziert, die bedingt durch die Rollenspiel-Vorlage 12 Bände aufweisen muss. 12 Bände wohlgemerkt, die schon längst alle auf dem Markt sein sollten, wenn es nach den maskulinen Allmachtsphantasien der Autoren gegangen wäre, die sich laut Corvus in der Konzeptphase – ohne Alkoholeinfluss – gegenseitig mit einem möglichen Schreibpensum überbieten wollten. Das war vor etwa drei Jahren. Jetzt wird es aber noch weitere drei Jahre dauern, bis die Leser den Ausgang des Abenteuers kennen werden. Kein Wunder, wissen Hennens Literaturagenten doch nur zu genau, dass mit ihm vertraglich vereinbarte Seitenzahlen allenfalls Richtwerte sind, die meist im dreistelligen Bereich überschritten werden. Allein ein Prolog für die „Phileasson-Saga“ könne schon mal um die 100 Seiten umfassen. Diese Prologe sind dann auch mehr Novellen, die jeweils verschiedene Charaktere vorstellen sollen. Hennen ist jedenfalls ein ausgesprochener Vielschreiber, der im Grunde einen noch umfangreicheren Output als sein amerikanischer Kollege George R. R. Martin hat, auf dessen Party Hennen unlängst im Rahmen eines Kalifornienbesuchs eingeladen war. 
Solche Anekdoten plauderten Hennen und Corvus ganz ungezwungen während der anschließenden Fragerunde aus, in der sich Hennen als Künstlernatur outete und gleichzeitig seinen Schreibpartner als den verlässlichen Pedanten des Teams lobte, der beim Verlag mehr als geschätzt werde, weil er Abgabetermine in der Regel deutlich unterschreite. Deutlich überschritten wurde jedoch die für Lesungen übliche Zeitspanne. Hatte es zunächst technische Anlaufschwierigkeiten gegeben – hier können die Veranstalter auf jeden Fall noch dazulernen – stießen Hennen und Corvus nach dem offiziellen Veranstaltungsende auf zahlreiche kaufwillige Abnehmer ihrer gesammelten Werke, die diese oder auch mitgebrachte Bücher signiert haben wollten. Weiterhin posierten die Beiden für Fotos und plauderten bis um Mitternacht mit Fans und Mitgliedern der Übermorgenwelt. Um aber überhaupt etwas kaufen zu dürfen, mussten die Besucher jedoch die erwähnte Foggwulf-Fanfare singen. Wer das einmal erlebt hat, versteht auch, warum Hennen das Publikum eingangs vorwarnte: „Corvus schafft es, Leute dazu zu bringen, die verrücktesten Dinge zu tun. Danach ist Ihnen nichts mehr peinlich“. 

Die erste öffentliche Lesung in der Übermorgenwelt geriet dank zweier glänzend aufgelegter Autoren zu einem saukomischen und besonderen Auftakt, dem hoffentlich noch weitere literarische Leckerbissen folgen werden. Wer hier aber seine erste Lesung besucht hat, der könnte sich ziemlich sicher langweilen, wenn er eine „normale“ Lesung besuchen sollte, denn mehr Comedy geht fast nicht. Und Hennen? Der wäre lieber heute als morgen wieder zu Besuch in der Übermorgenwelt, wenn da nicht die 500 Kilometer Anfahrt wären.     

Christoph Alexander Schmidberger