Übermorgenwelt

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Donnerstag, 4. Oktober 2012

Rezension: „Das Ältere Zeichen“ der Spielserie „Arkham Horror“

oder 

Die Redaktion Übermorgenwelt im kollektiven Kampf um geistige Stabilität und Ausdauer. 

Der Kampf gegen das Erwachen der Großen Alten aus den Geschichten von H.P. Lovecraft bildet den Hintergrund für eine Spieleserie der besonderen Art. Fantasy Flight Games und in Deutschland der Heidelberger Spieleverlag haben eine faszinierende Spielereihe auf den Markt gebracht die unter dem Titel „Arkham Horror“ bereits eine Liste an Spielen und Erweiterungen am Markt bereithält. Der Übermorgenwelt stand eine der jüngsten Neuerscheinungen dieser Serie zur Verfügung – „Das Ältere Zeichen“ – dass uns in ein Museum führt
Das Spiel ist ein Kartenspiel mit Würfelschwerpunkt. Das Öffnen der stimmungsvoll illustrierten Spielebox offenbart dann auch eine große Menge an Karten, verschiedene Würfel und gestanztes Zubehör.  Über die Abenteuerkarten wird die Museums-Welt aufgebaut. Dort sind Orte abgebildet, an denen im Verlauf des Spiels durch eine Kombination von Würfelglück und geschicktem Einsatz unterschiedlicher zusätzlicher Karten die Spieler die Aufgabe des Ortes und oft auch ein oder mehrere Monster besiegen müssen. Das große Ziel ist es dabei, das Erwachen eines von 8 Großen Alten zu verhindern oder ihn, im schlimmsten Fall, nach dem Erwachen zu bekämpfen. Dafür sammelt man über die verschiedenen Aufgaben die spielbezeichnenden „Älteren Zeichen“. Für gewonnene Abenteuer erhält der jeweilige Spieler die Karte und ein neuer Ort wird aufgedeckt.  Außerdem dreht jeder Spieler am Ende seines Zuges die beiliegende 12-Stunden-Uhr um 3 Stunden nach vorn. Jeweils um 12 wird eine Mythos-Karte gezogen und neue Ereignisse oder Monster können auf den Plan treten. Jeder Spieler kann einen von 16 Ermittlern spielen, wobei alle Charaktere jeweils eigene Fähigkeiten einbringen. Außerdem stehen für die Lösung der Aufgaben neben den Würfeln Zusatzkarten in Form von Zaubern, einfachen und besonderen Gegenständen oder Verbündeten zur Verfügung. Neue Karten kann man entweder direkt über die absolvierte Aufgaben  gewinnen oder durch die gesammelten Punkte im Museumsshop erwerben.  Kann der Spieler die ausgewählte Ausgabe nicht bewältigen, muss er den jeweiligen Sanktionen ins Auge blicken – die oft mit dem Verlust von Ausdauer oder geistiger Stabilität verbunden sind.  Ein großer Teil des Spiels dreht sich um’s Würfeln – weshalb es auch gern als Horrorkniffel bezeichnet wird. Das Würfelglück spielt eine entscheidende Rolle, doch die Spieltiefe wird durch das hervorragende und detailverliebte Artwork unterstützt. So gern man eine neue Karte zieht oder mit Spannung nach dem nächsten Monster greift, versucht man den ausgearbeiteten Text auf Karten oder Zubehör zu lesen, ist man schnell dabei eine Lupe aus dem Schrank zu kramen. Die Texte auf den Karten ermöglichen es den Spielern sich noch mehr auf die Spielgeschehen einzulassen – doch unabhängig vom Alter oder Sehkraft mussten alle Tester feststellen, dass hier Aufarbeitungsbedarf in Sachen Größe besteht. Trotz dieser Kritikpunkte hat uns „Das Ältere Zeichen“ in jeder Spielrunde aufs Neue gefesselt. Wenn man sich auf das Spiel einlässt und sich, mit ein wenig Fantasy dem Spielgeschehen widmet, kann man an dem „Älteren Zeichen“ viele Stunden damit verbringen, die Großen Alten zu bekämpfen. Die ersten Spielrunden dauern möglicherweise etwas länger als in der Anleitung angegeben, aber sobald man mit den verschiedenen Möglichkeiten vertraut ist, bekämpft man Vampire, Hexen und Kleriker in Besuchertoiletten oder düsteren Museumsarchiven.
Die Übermorgenwelt-Redaktion gibt dem Spiel 8 von 10 möglichen Punkten und empfiehlt es nicht nur H.P. Lovecraft-Fans. Unser Wunsch sind ein paar größere Schriftzeichen und ebenso modifizierte Spielmarken. Über kurz oder lang werden wir vermutlich, nach ein paar weiteren Runden „Das Ältere Zeichen“, wohl auch weitere Spiele der Arkham Horror Reihe in unserer Redaktion begrüßen und an langen Abenden an neuen Orten den Kampf gegen die großen Alten fortsetzen.


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