Übermorgenwelt

Übermorgenwelt

Mittwoch, 26. Juni 2013

Pille - was sagt der Tricorder?

... ein weiteres Star Trek Utensil  findet seinen Weg ins reale Leben. Nachdem die Mobiltelefone mittlerweile locker den "Kommunikator-Status" aus Star Trek überschritte haben, die Industrie versucht Phaser-Waffen herzustellen und die Übersetzungsalgorithmen diverser Suchmaschinen simultan mit unterschiedlichem Erfolg Wörter aus einer in eine andere Sprache transferieren erreicht ein Crowdfunding-Projekt die 1.000.000 $ Marke und lässt ein Tricorder-ähnliches Gerät in greifbare Nähe rücken. 
Der Scanadu Scout liest z.B. Herzrate, elektrische Herzaktivität, Puls, Körpertemperatur und Blutsauerstoff mit Hilfe von Sensoren aus und überträgt die Daten via Bluetooth an eine App. Diese Daten werden außerhalb des Körpers gesammelt und Scanadu kann weder Körperscans durchführen noch komplexe Diagnosen stellen - aber so ein Tick "Star Trek"-Feeling kann mit dem Gerät sicherlich vermittelt werden. 

"Faszinierend!"


Bild von der Scanadu - Homepage

Samstag, 22. Juni 2013

Übermorgenwelt am Ulmer Zelt



Die Übermorgenwelt hat sich auf dem Flohmarkt am Ulmer Zelt präsentiert. Bereits ab 6 Uhr wurde der Stand mit dem tollen Pavillion und dem großartigen Banner aufgebaut. Nach einem leicht verregneten Start hat sich das Wetter für etwas Entspannung entschieden und die Wolken aus dem Weg geschoben. Mit der Sonne gab es dann das ideale Flohmarktwetter - wie es sich gehört, wenn die Übermorgenwelt anreist!
Die neuen Flyer wurden an die Frau und den Mann gebracht und es gab auch immer wieder nette Unterhaltungen. Außerdem konnten erstmals die neuen Übermorgenwelt-T-Shirts von den Mitgliedern getragen werden. Mit der druckfrischen Oberbekleidung konnte nun die Zugehörigkeit zum Verein beim Besuchen der diversen Stände durch dieses ansprechende Outfit unterstrichen werden. Und dank zahlreichen Auftretens der Mitglieder war für regelmäßige Stöberaktionen in den Weiten des Flohmarktes für jeden Gelegenheit. So kam auch der eine oder die andere mit einem weiteren Buch für die Bibliothek der Fantastik oder diversen Dingen zum Basteln, Spielen oder Abstellen zurück zum Übermorgenwelt-Pavillion... 
Manch einer hat sich auch einfach für 'andere' passende Accessoires entschieden... ihr seht, wir hatten Spaß! 





Mittwoch, 12. Juni 2013

Bücher, Bücher, Bücher .... Bücher

Der Titel lässt es vielleicht erahnen, in der letzten Übermorgenwelt - Radiosendung ging es um ... Bücher. Natürlich nicht x-beliebige Bücher, sondern Empfehlungen der Übermorgenwelt aus den entsprechenden Genres Science Fiction, Fantasy und Horror. Dabei beschränkte sich die Redaktion nicht auf aktuelle Neuerscheinungen sondern stellte auch den einen oder anderen lesenswerten Klassiker vor.
Mit einem Buch bzw. einer Reihe von David Feintuch aus dem Military - Science Fiction  wurde die Sendung eingeleitet. Die Geschichten um "Nick Seafort" umfassen 7 veröffentlichte Bände und das Gerücht um einen unveröffentlichten 8. Band. Spannend, mitreißend und mit gesellschaftlichem Background wird in der Reihe eine Zukunft mit interstellarer Raumfahrt und strikten Regeln aufgezeigt. Die Charaktere sind lebendig dargestellt und polarisieren.

Unser bisher jüngster Gast in der Radiosendung Übermorgenwelt, Simona, präsentierte ihre Lieblingsbuchreihe "Das magische Baumhaus" mit einer großartigen Rezension und empfiehlt die spannenden und mystischen Geschichten zum Miträtseln für Kinder ab 8 Jahren aber auch Erwachsene gleichermaßen. Im magischen Baumhaus finden die beiden Kinder Philipp und Anne Rätsel, die sie zu lösen haben. Unsere Zuhörer konnten neben den Informationen zum Inhalt des Buches aber auch etwas über die Autorin Mary Pope Osborne erfahren. Vielen Dank noch einmal an dieser Stelle an Simona!
 
Im Roman von Lloyd Biggle spielen Intrigen und Verschwörungen auf einem fremden Planeten eine große Rolle. In "Fanfaren der Freiheit" soll das politische und gesellschaftliche System der diesen Planeten bewohnenden Völker heimlich zur Aufnahme in die Föderation Unabhängiger Welten vorbereitet werden. Der Eingriff in bestehenden gesellschaftlichen Strukturen von Außenstehenden wird durch Lloyd beleuchtet und liefert einen spannenden Science Fiction Roman mit Denkanstößen.

Der neueste Streich von Ben Aaronovitch um den magisch begabten Polizisten Peter Grant "Ein Wispern unter Baker Street" ist gerade erst im Juni in deutscher Sprache veröffentlicht worden. Erneut muss PC Grant mit seinen Kollegen in einem Mordfall ermitteln, der mit dem "abstrusen Scheiss" (Magie) zu tun hat. Auch wenn der Stil von Aaronovitch sich auch im 3. Teil der Reihe großartig liest, schwächelt die Handlung ein wenig und zieht sich im Buch teilweise etwas träge dahin. Trotz allem eine Leseempfehlung, die Fans der Reihe allerdings vermutlich nicht bedürfen.

Wesentlich tiefgründiger und mit viel gesellschaftlicher Kritik stellt Robert Silverberg in seinem Roman "Es stirbt in mir!" einen telepathisch begabten jungen Mann vor, der allerdings im Verlauf seines Lebens diese Fähigkeit verliert. Wie der Verlust eines körperlichen Sinnes, wie auch Sehen oder Hören, bringt für ihn der Verlust des "Gedanken-lesens" einen tiefen Bruch in sein Leben. Der Umgang des Hauptcharakters mit seinen Fähigkeiten und auch sein Leben, seine Reaktion nach dem Verlust werden großartig beschrieben. Robert Silverberg hat einen Roman erschaffen, der eine völlig andere Perspektive aufzeigt und den Leser mal wieder zum Nachdenken anregt!

Der demnächst anlaufende Kinofilm "World War Z" basiert auf dem Roman "Operation Zombie" von Max Brooks. Das Buch besteht aus einer chronologischen Zusammenstellung von Interviews die von einem UN-Mitarbeiter nach der Zombie-Pandemie weltweit gesammelt wurden. Eine spannende und ganz andere Herangehensweise an einen Roman dieser Form und etwas abseits - im positiven Sinne -  der einfachen Zombie-frisst-Hirn Geschichten. Durchaus auch mit Humor verfasst, hat das Buch vom Sohn des bekannten Blödel-Film-Regisseurs Mel Brooks mehr Tiefsinn für den interessierten Leser zu bieten und sollte  - am besten noch vor dem Film, unbedingt gelesen werden.
Wir erwarten von dem Film einen etwas anderen Plot und eher einen Action-Reißer, der nur ein paar Ideen des Buches aufgreift.

Ein weiterer Science Fiction "Klassiker", der in diesem Jahr in den Kinos erscheint ist "Ender's Game" von Orson Scott Card. In einem Kampf der Menschheit gegen Invasoren die als "die Krabbler" bezeichnet werden, sind die zuständigen Verantwortlichen auf der Suche nach dem ultimativen Anführer. Ender, ein 6-jähriger Junge, scheint die passenden Voraussetzungen mitzubringen und wird auserwählt. Auch sein Bruder und seine Schwester haben ähnliche Eigenschaften, sind aber aus anderen Gründen nicht gleichermaßen geeignet. Doch der Auserwählte muss trainiert und ausgebildet werden und dabei wird ununterbrochen der Ernstfall geprobt. Und immer stellt sich die Frage, ob in jedem Fall der Zweck die Mittel heiligt. Kein einfacher Roman, aber eine fantastische Geschichte mit viel Tiefgang! Erst Lesen, dann den Film schauen!


Wenn eine außerirdische Rasse prophylaktisch alle Völker vernichtet, die einen bestimmten technischen Stand erreichen, dann wird es eng für die Menschheit. In der Buchreihe "Nimue Alban" von David Weber ist es den Menschen gelungen, die letzten Überlebenden dieses Angriffs auf den weit entfernten Planeten Safehold zu senden. Doch damit dieses Mal die Zukunft gesichert ist, wird die Erinnerung der neuen Menschen manipuliert und mit Hilfe einer neuen, technik-aversen Kirche der Status Quo in einem Niveau des 18. Jahrhunderts eingefroren. Doch nach 900 Jahren erwacht Nimue Alban, ein PICA (Persönlichkeits Integrierter Cyber Avatar) mit dem Auftrag nach und nach die Technik wieder einzuführen. Eine fantastische Serie mit dem Schwerpunkt auf Religion, Politik, Geheimdienst und Intrigen in einer Welt des 18. Jahrhunderts mit ein paar Spritzern Science Fiction und Fantasy.

Kerstin Pfliegers Debütroman  "Die Alchemie der Unsterblichkeit" ist ein atmosphärisch dichter Roman, der im 18. Jahrhundert angesiedelt ist. Icherios Chein wird zur Klärung von furchtbaren Mordfällen in ein Dorf im Schwarzwald gesandt und muss, dort angekommen, sein Weltbild völlig neu ordnen. Werwölfe, Vampire und Menschen leben in diesem Ort gemeinsam und die Morde betreffen keineswegs nur die "normalen" Kreaturen. Wem der Film "Sleepy Hollow" gefallen hat, der kann dieses Buch getrost zur Hand nehmen. Die Autorin hatte sich durch eben jenen Streifen inspirieren lassen und vermittelt beim Leser auch genau diese Stimmung im gesamten Werk. Ein Gruselkrimi mit einer Spur passendem Humor, der Möglichkeit an den Ermittlungen teil zu haben und ausreichend Spannung, um nur unter Schwierigkeiten das Buch zur Seite zu legen...



In der nächsten Radiosendung, am 10.07.2013, gibt es ein Scheibenwelt-Special. Anlässlich des 30. Jahrestages der Erschaffung dieser phantastischen Welt von Terry Pratchett versucht die Redaktion Übermorgenwelt diese Arbeit entsprechend zu würdigen.





Sonntag, 9. Juni 2013

Die Alchemie der Unsterblichkeit - Wenn man erkennen muss, dass ausgerechnet die gruseligen Legenden der Wahrheit entsprechen

Kerstin Pflieger

Die Alchemie der Unsterblichkeit

Goldmann Verlag
ISBN: 978-3442474837



Icherios Ceihn, der wissbegierige aber unerfahrene junge Gelehrte und Assistent der Karlsruher Nachtwache Anno 1771, bekommt überraschend den Auftrag, eine Mordserie im Schwarzwald aufzuklären. Bereits auf dem Weg muss er erkennen, dass mit dieser Aufgabe sein gesamtes Weltbild anständig ins Wanken gerät. Nicht nur die Existenz von Vampiren und Werwölfen muss er verkraften, sondern auch noch in einem Dorf, in dem die mystischen Gestalten in Eintracht mit Menschen leben, seine Ermittlungen durchführen. Grausame Morde stellen die fragile Ruhe zwischen den Bewohnern auf eine harte Probe und Icherios Ceihn scheint bei weitem nicht geeignet diese Situation zu verbessern. Doch auch eine einfache Rückkehr nach Karlsruhe ist für den jungen Inspektor jetzt nicht mehr möglich. Die Werwölfe und Vampire sind schon bald seine geringsten Probleme...


Ein großartiger Auftakt gelingt Kerstin Pflieger mit ihrem Debutroman. Fesselnd und spannend von der ersten bis zur letzten Seite lässt diese Geschichte den Leser an der Lösung des Falles teilhaben. Dem einen oder anderen Leser kann sich durchaus im Verlauf der Lektüre ein Verdacht auf den Mörder ergeben, doch das schmälert das schaurige Lesevergnügen kaum.
Mit einigen Gänsehautszenen und einer Portion wohl dosierten Humors gelingt es der Autorin, eine atmosphärisch dichte Welt zu erschaffen, die den Lesern die Möglichkeit bietet sich in die Charaktere hinein zu versetzen. Eindeutig kein Kinderbuch ist es Jugendlichen ab 16 und Erwachsenen zu empfehlen.

Unwillkürlich (oder auch nicht) schlich sich bei mir die Erinnerung an Police Constable Ichabod Crane aus dem New York des Jahres 1799 ein, wie er, grandios von Johnny Depp gespielt, seinen Auftritt in dem Film "Sleepy Hollow" hatte. Auch wenn die Inhalte der Geschichten sich unterscheiden, fühlt man sich hin und wieder an den Film und dessen Hauptcharakter sowie die schaurig-schöne Inszenierung erinnert. Und zur Bestätigung findet man in Interviews mit der Autorin auch die Information, dass dies genau ihrer Absicht entsprach --- gelungen!



Freitag, 7. Juni 2013

Dragon Days Fantastikfestival

Im Juli findet im Literaturhaus Stuttgart des 2. Dragon Days Fantastikfestival statt. Beginnend mit einer Lesung und Gesprächen mit niemand geringerem als Tad Williams, verbunden mit einer Total AR - Präsentation startet die Veranstaltung am 11.7.2013 um 20 Uhr. Bis zum 14.7.2013 ist der Programmplan gefüllt mit spannenden Lesungen, Gesprächen, Workshops - auch einer Steampunk-Modeschau und vielem mehr. Die Veranstalter haben einige großartige Gäste eingeladen und ein vielversprechendes Programm auf die Beine gestellt. Wer also in dieser Zeit eine Reise nach Stuttgart ermöglichen kann, dem sei ein Besuch auf dem Festival angeraten.



Festivalpässe kann man bereits erwerben, der Einzelkartenverkauf beginnt am 15.6.2013.



Donnerstag, 6. Juni 2013

Fundamentalismus in der Science Fiction - Mehr Sein als Schein in der Phantastik

An der Uni Bonn arbeitet Stefanie Esser in ihrer Masterarbeit daran, zu untersuchen, wie christlich-fundamentale Positionen in den amerikanischen Science-Fiction Serien "Kampfstern Galaktika" und deren Nachfolger "Battlestar Galactica" anzutreffen sind. Unter "Fundamentalismus in der Science Fiction" ist dazu ein Artikel zu finden.


Frau Esser belegt damit wissenschaftlich, dass dieses oft als rein Phantastisch betrachtete Genre wesentlich mehr Hintergrund bietet, als man oft eingestehen möchte. 
Sie beschreibt das Larsons „Kampfstern Galactica“ den Kalten Krieg in den Weltraum verlegte und Präsident Jimmy Carter sowie die Verhandlungen zur nuklearen Rüstungsbegrenzung am Ende der 1970er Jahre kritisierte. In Moores „Battlestar Galactica“ machen sich hingegen die Terroranschläge unter anderem auf das World Trade Center in New York vom 11. September 2001 bemerkbar. 
Die Verbreitung religiöser Ansichten unter dem "Deckmantel" von phantastischen Filmen und Literatur, aber auch das Vorhalten eines Spiegels der aktuellen Gesellschaft und daraus resultierend einem kritischen Blick auf das momentante Zeitgeschehen, wird gerade durch diese scheinbare Abwendung vom Realismus möglich.

Diese Tatsache zieht sich bereits lange Zeit durch Science Fiction und Fantasy-Literatur. Ein sehr prominentes Beispiels sind die Gebrüder Strugatzki, die in einem gesellschaftlichen System, in dem Kritiker verfolgt und bestraft wurden ihren eigenen, phantastischen und hochintelligenten Weg gefunden haben ihre Meinung zu äußern. Ihre Science Fiction Werke waren überzeichnete Darstellungen des sowjetischen Totalitarismus und doch weit genug entfernt, um auch als Phantasie zu gelten.
Das es auch deutlicher ging zeigte Gene Roddenberry in den 60iger Jahren, der in einer Zeit in der Rassendiskriminierung noch fast zur Tagesordnung gehörte eine multinationale Crew gleichberechtigt in sein "Raumschiff Enterprise" setzte.


Damit verdeutlich Frau Esser, die nun in ihrer Dissertation „Hol(l)ywood: The Christian Right in American Popular Culture" das Thema ihrer Masterarbeit vertiefen möchte, dass erneut wesentlich mehr in dem Literaturgenre Science Fiction steckt als manch einer erwartet!



Die Übermorgenwelt wird in ihrer Radiosendung am 27.11.2013 über das Schaffen der Gebrüder Strugatzki berichten und in der darauffolgenden Sendung am 26.12.2013 auch das Thema Religion und Glaube in der phantastischen Literatur aufgreifen. Dort werden wir auch die hier angesprochenen Bereiche aufgreifen und wenn möglich vertiefen.