Übermorgenwelt

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Donnerstag, 6. Juni 2013

Fundamentalismus in der Science Fiction - Mehr Sein als Schein in der Phantastik

An der Uni Bonn arbeitet Stefanie Esser in ihrer Masterarbeit daran, zu untersuchen, wie christlich-fundamentale Positionen in den amerikanischen Science-Fiction Serien "Kampfstern Galaktika" und deren Nachfolger "Battlestar Galactica" anzutreffen sind. Unter "Fundamentalismus in der Science Fiction" ist dazu ein Artikel zu finden.


Frau Esser belegt damit wissenschaftlich, dass dieses oft als rein Phantastisch betrachtete Genre wesentlich mehr Hintergrund bietet, als man oft eingestehen möchte. 
Sie beschreibt das Larsons „Kampfstern Galactica“ den Kalten Krieg in den Weltraum verlegte und Präsident Jimmy Carter sowie die Verhandlungen zur nuklearen Rüstungsbegrenzung am Ende der 1970er Jahre kritisierte. In Moores „Battlestar Galactica“ machen sich hingegen die Terroranschläge unter anderem auf das World Trade Center in New York vom 11. September 2001 bemerkbar. 
Die Verbreitung religiöser Ansichten unter dem "Deckmantel" von phantastischen Filmen und Literatur, aber auch das Vorhalten eines Spiegels der aktuellen Gesellschaft und daraus resultierend einem kritischen Blick auf das momentante Zeitgeschehen, wird gerade durch diese scheinbare Abwendung vom Realismus möglich.

Diese Tatsache zieht sich bereits lange Zeit durch Science Fiction und Fantasy-Literatur. Ein sehr prominentes Beispiels sind die Gebrüder Strugatzki, die in einem gesellschaftlichen System, in dem Kritiker verfolgt und bestraft wurden ihren eigenen, phantastischen und hochintelligenten Weg gefunden haben ihre Meinung zu äußern. Ihre Science Fiction Werke waren überzeichnete Darstellungen des sowjetischen Totalitarismus und doch weit genug entfernt, um auch als Phantasie zu gelten.
Das es auch deutlicher ging zeigte Gene Roddenberry in den 60iger Jahren, der in einer Zeit in der Rassendiskriminierung noch fast zur Tagesordnung gehörte eine multinationale Crew gleichberechtigt in sein "Raumschiff Enterprise" setzte.


Damit verdeutlich Frau Esser, die nun in ihrer Dissertation „Hol(l)ywood: The Christian Right in American Popular Culture" das Thema ihrer Masterarbeit vertiefen möchte, dass erneut wesentlich mehr in dem Literaturgenre Science Fiction steckt als manch einer erwartet!



Die Übermorgenwelt wird in ihrer Radiosendung am 27.11.2013 über das Schaffen der Gebrüder Strugatzki berichten und in der darauffolgenden Sendung am 26.12.2013 auch das Thema Religion und Glaube in der phantastischen Literatur aufgreifen. Dort werden wir auch die hier angesprochenen Bereiche aufgreifen und wenn möglich vertiefen. 



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