Übermorgenwelt

Übermorgenwelt

Freitag, 5. Oktober 2018

Autorenlesung " Matinée Fantastique" mit Bernhard Hennen und Robert Corvus

Mit Bernhard Hennen und Robert Corvus durften wir am 08.09.2018 zwei Größen der deutschen Fantastik in unseren Räumen begrüßen. Die Lesung bzw. das Erlebnis mit diesen Autoren war ein großer Genuß und ein voller Erfolg. Sowohl die Gäste, als auch die Autoren waren begeistert und jeder wünscht sich eine Fortsetzung.
Herr Schmiedberger von der Südwestpresse war ebenfalls unter den Anwesenden und hat den Abend aus seiner Sicht im folgenden zusammengefasst. (Ach ja- "grölen" trifft es meiner Ansicht nach nicht so ganz ;) - aber "gewöhnungsbedürftige Sangeskunst" wollte er wohl nicht schreiben - lest selbst): 


Wer einmal lautstark die Foggwulf-Fanfare gesungen hat, dem ist künftig nichts mehr peinlich. 
In Ulm waren es immerhin rund 40 Besucher, die zusammen mit Robert Corvus die Fäuste in die Höhe reckten und ungefähr zur Melodie von „Stille Nacht“ Zeilen wie „Das Drachenhaupt schaut stets voll Stolz“ grölten. Der groß gewachsene Autor sieht mit den mehr als schulterlangen Haaren und dem Vollbart sowieso beinahe so aus wie die Hauptfigur Asleif Phileasson, die er für die Romanreihe „Phileasson-Saga“ schreibt. 
Bernhard Hennen, die zweite Hälfte des Autorengespanns, das Samstagabend in den Räumlichkeiten der Übermorgenwelt Ulm e. V. zu Gast war, sieht darin augenzwinkernd einen Ausdruck des sogenannten „Method Writing“, bei dem ein Autor ähnlich einem Schauspieler beim Method Acting zu seiner Figur werde. Corvus habe diese Methode erfunden und in der Tat fällt es den Besuchern nicht schwer, dieser Argumentation zu folgen. Aber man war schließlich auch vorgewarnt: Lesungen mit Hennen und Corvus seien alles andere als gewöhnlich. 
Der Ulmer Verein, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, in den Kasematten des am Safranberg gelegenen Fort Albeck eine möglichst umfassende Bibliothek der phantastischen Literatur anzulegen und beim Nachwuchs das Lesen zu fördern, hat eine ausgezeichnete Wahl getroffen, als er dieses illustre Duo zu seiner ersten öffentlichen Lesung einlud. Zuvor schon habe man in einem nicht öffentlichen Rahmen Christian von Aster nach Ulm geholt, wie Wulf Neuschwander verriet. Bernhard Hennen hat Neuschwander vor einem halben Jahr auf dessen Lesung im Hugendubel Ulm angesprochen. Der zeigte sich sofort begeistert für einen Besuch des Forts. Einen Ort, den er am Abend der Lesung noch mehrmals als paradiesisch bezeichnen würde. 
Der 52-jährige Krefelder mit Studienabschluss in Geschichte, Vorderasiatische Archäologie und Germanistik verfasste in den 1990er Jahren einige Rollenspielabenteuer für „Das Schwarze Auge“, bevor ihm nach journalistischer Tätigkeit nicht zuletzt dank der Fürsprache von Wolfgang Hohlbein der Einstieg in die Schriftstellerei gelang. Es folgten zahlreiche Veröffentlichungen, von denen der umfangreiche Zyklus um „Die Elfen“ (Heyne) nach wie vor als Hennens Hauptwerk gilt, der seitdem auf viele Wochen in diversen Bestseller-Listen zurückblicken kann. Las er im Hugendubel noch aus dem Auftaktband seiner aktuellen Trilogie „Die Chroniken von Azuhr“ (Fischer Tor), so präsentierte er mit Robert Corvus in der Übermorgenwelt ein Kapitel aus dem noch aktuellen fünften Band der „Phileasson-Saga“ (Heyne), „Schlangengrab“. Der mehr als 700 Seiten starke Band sechs, „Totenmeer“, soll noch im November erscheinen, Band sieben, „Rosentempel“, im März 2019. Immerhin konnte Corvus die fertigen Titelbilder vorzeigen, die aber nicht immer genau den Vorstellungen der beiden Autoren entsprechen. Im Fall von „Der Himmelsturm“ habe es eine unklare Absprache mit dem Illustrator gegeben, an der sie durchaus nicht ganz unschuldig waren, wie Corvus witzelte. 
Der 46-jährige Kölner hat eine kürzere, aber nicht weniger vielfältige Autorenvita als sein „Seniorpartner“ Hennen. Seit gut 12 Jahren verfasst Bernd Robker unter den Pseudonymen Bernard Craw und Robert Corvus Romane für etablierte Serien wie „Das Schwarze Auge“, „Battletech“ und „Perry Rhodan“ bzw. „Perry Rhodan Neo“. Zu seinen eigenen Schöpfungen zählen die „Schwertfeuer-Saga“, die Reihe um „Die Schattenherren“ und jüngst die beiden Science-Fiction-Romane „Feuer der Leere“ und „Das Imago-Projekt“. Bei „Perry Rhodan“ habe er sich mittlerweile vom „Stammgastautor (oder so)“ zum „Stammgastautor“ gemausert. Vor einigen Monaten hatte Corvus sich auf dem Garching Con ausgedehnt über eine Ernennungsmail des Perry-Rhodan-Chefredakteurs lustig gemacht, in der tatsächlich das „(oder so)“ gestanden habe. Schon damals bewies der Autor echtes Showtalent, das er nun gemeinsam mit Hennen zur Entfaltung bringen konnte. Ist Hennen auf der Bühne der leisere, distinguiertere Charakter, so agierte Corvus als Showman, Enfant terrible und Hanswurst in einem. Immer wieder fiel er Hennen ins Wort, korrigierte, kommentierte und scherzte er – meist auf der kaum nennenswerten Bühne hin und hergehend oder einen Weg ins Publikum suchend („Ich nehm´ mir erstmal einen Keks“). Im besagten Kapitel, das von einer merkwürdigen Form des Theaters handelt, gab ihm Hennen freiwillig einen Part ab, weil nur Corvus diesen angemessen vorlesen könne. Hier meinte er wohl die alte Krämerin, die Corvus mit einem urkomischen osteuropäisch anmutenden Akzent vortrug. 
Wie es bei Hennen und Corvus üblich ist, nahm die eigentliche Lesung den geringsten Teil der Veranstaltung ein. Zu Beginn hatten die beiden kurz den Inhalt der „Phileasson-Saga“ skizziert, die bedingt durch die Rollenspiel-Vorlage 12 Bände aufweisen muss. 12 Bände wohlgemerkt, die schon längst alle auf dem Markt sein sollten, wenn es nach den maskulinen Allmachtsphantasien der Autoren gegangen wäre, die sich laut Corvus in der Konzeptphase – ohne Alkoholeinfluss – gegenseitig mit einem möglichen Schreibpensum überbieten wollten. Das war vor etwa drei Jahren. Jetzt wird es aber noch weitere drei Jahre dauern, bis die Leser den Ausgang des Abenteuers kennen werden. Kein Wunder, wissen Hennens Literaturagenten doch nur zu genau, dass mit ihm vertraglich vereinbarte Seitenzahlen allenfalls Richtwerte sind, die meist im dreistelligen Bereich überschritten werden. Allein ein Prolog für die „Phileasson-Saga“ könne schon mal um die 100 Seiten umfassen. Diese Prologe sind dann auch mehr Novellen, die jeweils verschiedene Charaktere vorstellen sollen. Hennen ist jedenfalls ein ausgesprochener Vielschreiber, der im Grunde einen noch umfangreicheren Output als sein amerikanischer Kollege George R. R. Martin hat, auf dessen Party Hennen unlängst im Rahmen eines Kalifornienbesuchs eingeladen war. 
Solche Anekdoten plauderten Hennen und Corvus ganz ungezwungen während der anschließenden Fragerunde aus, in der sich Hennen als Künstlernatur outete und gleichzeitig seinen Schreibpartner als den verlässlichen Pedanten des Teams lobte, der beim Verlag mehr als geschätzt werde, weil er Abgabetermine in der Regel deutlich unterschreite. Deutlich überschritten wurde jedoch die für Lesungen übliche Zeitspanne. Hatte es zunächst technische Anlaufschwierigkeiten gegeben – hier können die Veranstalter auf jeden Fall noch dazulernen – stießen Hennen und Corvus nach dem offiziellen Veranstaltungsende auf zahlreiche kaufwillige Abnehmer ihrer gesammelten Werke, die diese oder auch mitgebrachte Bücher signiert haben wollten. Weiterhin posierten die Beiden für Fotos und plauderten bis um Mitternacht mit Fans und Mitgliedern der Übermorgenwelt. Um aber überhaupt etwas kaufen zu dürfen, mussten die Besucher jedoch die erwähnte Foggwulf-Fanfare singen. Wer das einmal erlebt hat, versteht auch, warum Hennen das Publikum eingangs vorwarnte: „Corvus schafft es, Leute dazu zu bringen, die verrücktesten Dinge zu tun. Danach ist Ihnen nichts mehr peinlich“. 

Die erste öffentliche Lesung in der Übermorgenwelt geriet dank zweier glänzend aufgelegter Autoren zu einem saukomischen und besonderen Auftakt, dem hoffentlich noch weitere literarische Leckerbissen folgen werden. Wer hier aber seine erste Lesung besucht hat, der könnte sich ziemlich sicher langweilen, wenn er eine „normale“ Lesung besuchen sollte, denn mehr Comedy geht fast nicht. Und Hennen? Der wäre lieber heute als morgen wieder zu Besuch in der Übermorgenwelt, wenn da nicht die 500 Kilometer Anfahrt wären.     

Christoph Alexander Schmidberger




Donnerstag, 30. August 2018

Tag des Spiels

Stadt Land Spielt - 8. September 2018 


An diesem Tag können sich Kinder, Jugendliche und Erwachsene einen Überblick über die Spielelandschaft verschaffen und Spiele für alle Altersklassen ausprobieren und sich zeigen lassen. In den Räumen der Stadtbibliothek stehen ca. 900 Spiele zum Spielen und Ausprobieren bereit. Die Vereine erweitern das Angebot mit einem zusätzlichen bunten Angebot  (Brettspiele, Pen & Paper, Tabletop, Rollenspiele,... ).
Die Veranstaltung findet im Rahmen einer deutschlandweiten Spieleaktion in Zusammenarbeit mit dem Verein Cubus Ulm e.V. und der Stadtbibliothek Ulm  statt.


Wann?
8. September 2018
11 - 14 Uhr

Wo?
Stadtbibliothek Ulm
Vestgasse 1
89073 Ulm


Dort findet ihr die Veranstaltung:
https://stadtbibliothek.ulm.de/vor-ort/zentralbibliothek 

Veranstalter:
uebermorgenwelt.blogspot.com/ 
stadtbibliothek.ulm.de
www.cubus-ulm.de/

Donnerstag, 2. August 2018

Veranstaltungshinweis - Autorenlesung !!!!


Die Übermorgenwelt hat keine Kosten und Mühen gescheut, um die beiden bekannten und renommierten deutschen Fantastikautoren

Bernhard Hennen und Robert Corvus

am
08.09.2018

ab
19:30 Uhr

in die Räumlichkeiten der Übermorgenwelt zu einer Doppellesung einzuladen.
Der Eintritt beträgt 8€ - um Anmeldung per Email oder direktem Kontakt wird gebeten.

Weitere Details entnehmt bitte dem offiziellen Einladungsflyer!


Dienstag, 5. Juni 2018

Neue Rezension!

"Unstern" von Katrin Ils, erschienen im Selfpublishing

Rezension von Anne Neuschwander

High Fantasy, die richtig Spaß macht!






Mittwoch, 23. Mai 2018

Dinner (not) for One - Die Übermorgenwelt gratuliert!

Letzte Woche gab es etwas ganz Besonderes zu feiern, denn unser ältestes Vereinsmitglied wurde 90 Jahre alt!

Der Blumenstrauß der Übermorgenwelt
wurde stellvertretend von Wulf, Ingrid und Anne
überreicht
Anna Wagner, ihres Zeichens Schwiegermutter unseres Vereinsvorstands Wulf, ist schon seit der Gründung der Übermorgenwelt als Fördermitglied dabei - und hat uns auch schon bei einigen Festen mit ihren leckeren Kuchen versorgt. 

Am 20. Mai war es dann soweit, und im Kreise der Familie und ihren engsten Freunden hat Annl, wie sie von ihren Lieben genannt wird, ihre 90 Lebensjahre mit einem zünftigen Essen im Restaurant Seligweiler gefeiert. Über den von der Übermorgenwelt gesponserten sommerlichen Blumenstrauß hat sie sich übrigens genauso gefreut, wie über die von einer kleinen Auswahl von Mitgliedern (also die, die am letzten Samstag da waren :D) unterschriebenen Karte. 

Wir gratulieren unserer 'Vereinsomi' ganz herzlich!

Dienstag, 27. März 2018

Phantastische Buchcover

Die Jugendgruppe der Übermorgenwelt traf sich am vergangenen Samstag um aus unscheinbaren Büchern phantastische Werke zu gestalten.
Mit Klebstoff, Farbe und kreativen Ideen wurden aus tristen Buchdeckeln außerordentliche und phantastische Buchcover.







Freitag, 23. März 2018

Neues aus Aventurien

Unsere Abenteurergruppe besteht akutell aus dem bodenständigen Wirt Beppo Lowanger, dem weltfremden Schelm Stormin Janske, dem thorwalischen Seesöldner Frekur Herveson, dem tulamidischen Magier Machmoudh ibn Perhiman, der halbelfischen Amazone Susannah Quent, dem heilkundigen Peraine-Adepten Thorwald Beroff, dem steinkundigen Hesinde-Adepten Goljew Alvin und dem handwerklich begabten Söldner Gerion Bellentor.

Unsere Abenteurergruppe hat sich zur Zeit dem Thorwaler Asleif „Foggwuld“ Phileasson angeschlossen, um mit diesem einen Wettstreit gegen seinen Konkurrenten Beorn „den Blender“ zu gewinnen. Diesem Wettstreit geht als Sieger hervor, wer zuerst alle Aufgaben erledigt, welche die oberste Hetfrau Thorwals den beiden Kontrahenten gestellt hat. Diese bestehen im Wesentlichen darin, einmal Aventurien gänzlich zu umsegeln. Aber unterwegs warten natürlich einige Aufgaben auf Phileasson und unsere Helden.



Vom Yeti-Dorf aus machten unsere Helden sich auf zum Heiligtum der alten Elfengötter. Nachdem sie den Aufstieg des Hügelplateaus geschafft hatten, legten sie den Edelstein Nurtis Träne, der ihnen von der Elfe Galandel gegeben wurde, auf den Altar und übernachteten auf dem Heiligtum. Als die Sonne aufging, wurden ihre Strahlen von den Elfengötterstatuen auf den Altar gelenkt und durch Nurtis Träne in einen Strahl fokusiert, der unseren Helden die Richtung zum Himmelsturm wies.

Unterwegs traf unsere Abenteurergruppe auf ein Hügelgrab eines alten Elfengenerals. Hier erfuhren sie, was sich zugetragen hatte in den alten Tagen: Elfen hatten sich gegen die Götter aufgelehnt, gar sich selbst zu Göttern erhoben. Die götterfürchtigen Elfen wollten dem Treiben ein Ende setzen und stürmten den Himmelsturm, in dem dieses Kult sein Heim hatte. Es kam zu einer blutigen Schlacht und die Frevlerelfen zogen sich tief unter den Himmelsturm zurück und seitdem sind Jahrtausende des Schweigens ins Land gezogen.

Als unsere Helden weiter fuhren auf ihren Eisseglern und in die Nähe des Himmelsturmes kamen, begann ihr Eissegler plötzlich zu schweben. Rund um den Himmelsturm befand sich eine Zone der Schwerelosigkeit. Die Eissegler fuhren ganz nach oben und kamen an einem Amphitheater an, an welchem wohl ein Massaker stattgefunden haben muss: überall lagen durch die Kälte konservierte Elfenleichen. Hier musste sich die im Hügelgrab geschilderte Geschichte zugetragen haben. Thorwald und Shaya hatten als Geweihte der Zwölfgötter die Aufgabe, diese Elfen zu bestatten und taten dies auch, während der restliche Teil der Gruppe den Himmelsturm durchsuchte. Dort fanden sie lauter alte Räume, welche längst geplündert waren und kaum Hinweise boten.

In einem der vielen Palast fanden sie eine verhexte Szenerie vor: ein Elf musste seine Ermordung durch eine Elfin wieder und wieder erleben. Lag er tot am Boden da, wiederholte sich dieses Schauspiel von Neuem. Dort fanden unsere Helden auch eine Geheimtreppe, die tief hinab im Himmelsturm bis zu einem unterirdischen Tempel führte. Ein Stockwerk tiefer befand sich ein Laboratorium, in welchem an Mensch und Elf Experimente durchgeführt wurde, wohl zur Erschaffung von Chimären. Im anliegenden Kerker befanden sich Glaszylinder, welche fehlgeschlagene Experimente beinhalteten. Ob diese lebten, vermochten unsere Helden nicht zu sagen. In einer der Kerkerzellen konnten unsere Helden einen Menschen mittels Magie ausmachen, doch hatten sie die Türe noch nicht geöffnet. Was sich hinter dieser Tür verbergen sollte, würden sie noch früh genug erfahren ...

Autor: Jens Jenewein