Übermorgenwelt

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Donnerstag, 24. Januar 2019

Ein Liebesbrief in Drachenform

Anne McCaffrey und ihre „Drachenreiter von Pern“




Lob gebührt dem Drachenreiter,
zollt es ihm durch Wort und Tat,                                                            
seine starken Hände greifen,
lenkend in das Schicksalrad.






Eigentlich wollte ich nur eine Rezension schreiben. Zu Gigi McCaffreys „Dragon’s Code“ nämlich, das meine monatelange Leseflaute mit einem Paukenschlag durchbrochen, und es mich innerhalb von vier Tagen hat beenden lassen. 

Allerdings - und das wurde mir klar, als ich eben voller Verdruss seeeeeehr lange auf eine leere Seite starrte - muss ich für diese Rezension ganz woanders anfangen. Viel früher nämlich, als ich zwölf Jahre alt war und zum ersten Mal ein Buch in der Hand hielt, das sich „Die Welt der Drachen“ nannte und meine Welt völlig durcheinanderwirbelte.

Ich habe mich schon immer für Phantastik begeistern können. Ich liebte Astrid Lindgrens sanfte, kindgerechte Magie und fand mich in der Unendlichen Geschichte genauso gefangen wie in Mittelerde. Aber erst mit Pern, der Welt der Drachenreiter, habe ich etwas entdeckt, das mich völlig in seinen Bann zog und es mich bedauern ließ, nicht dort leben zu können.

Schon als ich begann, Anne McCaffrey für mich zu entdecken, war sie eine bedeutende Autorin im Bereich der Fantasy und Science-Fiction. Sie hat Preise abgeräumt, ist in ihrem Schreiben neue Wege gegangen - und hat es sogar geschafft, zwei Kinder in die Welt zu setzen, die ihr Vermächtnis weitertragen und ebenfalls in der von ihr geschaffenen Welt schreiben wollen und dürfen.

Ich liebe alles von Anne McCaffrey. Ihre ganz spezielle Art, Science-Fiction zu schreiben, die sich wie Fantasy anfühlt, ist spektakulär, und hat mich und mein Schreiben bis heute nachhaltig geprägt. Natürlich muss man auch ihre Werke im Kontext ihrer Zeit sehen, und einige Aspekte der Drachenreiter oder Talente-Reihe sind aus heutiger Sicht gesehen, nun ja, problematisch.

Was aber genau ist es an Annes Drachenreitern, dass mich nach wie vor so in seinen Bann zieht?

Es fällt mir schwer, das in Worte zu fassen. Vielleicht ist es die Komplexität dieser Geschichte, die uns, über verschiedenen Zeitepochen erzählt, an der Kolonisierung des Planeten Pern teilhaben lässt. Vielleicht sind es die Harfner, die mit Lehrballaden in Pern dafür sorgen, dass wichtiges Wissen nicht verloren geht, und die damit eine so integrale Rolle spielen. Vielleicht mochte ich die einprägsamen Charaktere, die es mir so überaus schwer machen, aus allen einen Liebling zu wählen (hust hust *Robinton* hust hust). Vielleicht ist es die Idee eines ungesteuerten, aber damit nicht minder zerstörerischen Übels, das in Form von (fast) allesfressenden „Fäden“ auf Pern niederregnet, und nur durch das Feuer der Drachen zerstört werden kann.

Aber am wahrscheinlichsten ist es, dass ich mich vom ersten Moment an in Anne McCaffreys Idee eines telepathischen und unzerstörbaren Bundes zwischen Drachen und Reiter verliebt habe. Einen Seelenpartner für’s Leben, mit dem gemeinsam man sich mutig und tapfer in den Kampf um das Wohl der Welt wirft? Oh ja, genau das brauchte mein jugendliches Herz.

Und braucht es wohl bis heute, wie „Dragon’s Code“ mir nun bewiesen hat. Noch immer bin ich augenscheinlich bereit, mich Hals über Kopf in diese so vertraute und doch immer neue Welt zu werfen, und ich bin überaus dankbar, dass nach Todd sich nun auch Annes Tochter Gigi dazu entschieden hat, die pernesische Sandkiste mit ihren Geschichten zu befüllen.

Wer nun mehr über Gigis Buch wissen will, der bange nicht, meine Rezension hierzu folgt alsbald. Und wer auch Pern noch besser kennenlernen will - hang on, ich sehe da ein erneutes Lesen der Reihe von Beginn an in meiner näheren Zukunft. ✌


Anne Neuschwander









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