Übermorgenwelt

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Samstag, 28. März 2020

Lesen mit den Ohren – ein Plädoyer für Hörbücher

Kürzlich bin ich über einen Artikel gestolpert (hier verlinkt), der jedem Hörbuch-Fan eine Genugtuung sein könnte. In diesem Artikel wurde nämlich eindeutig bewiesen, dass beim Hören eines Buches genau dieselben Hirnareale aktiviert werden, wie beim Lesen mit den Augen – was einigen abfälligen Bemerkungen endgültig einen Riegel vorschieben sollte. Klar, hören funktioniert anders als sehen, aber im Endeffekt wird die Geschichte eines Hörbuches genauso aufgenommen wie eine Gelesene. Faszinierend, wie Spock sagen würde.





Eltern haben es schon lange geahnt: Vorgelesen bekommen ist wichtig für die Entwicklung von Kindern, fördert es doch nicht nur die Sprachentwicklung und die Lesekompetenz, sondern hat auch einen direkten Einfluss auf emotionale und soziale Kompetenzen.

Aber auch Erwachsene können von gesprochenen Büchern profitieren. Offensichtlich sind natürlich die Vorteile für alle, die unter Dyslexie, also unter einer Lese-Rechtschreib-Schwäche leiden. Aber auch für Pendler sind sie eine tolle Sache, oder für jeden, der regelmäßig Arbeiten zu verrichten hat, die es erlauben, sich währenddessen von einer Geschichte berieseln zu lassen. Putzen bietet sich hier übrigens besonders an. ☺

Hörbücher, wie jede Form von Medium, sind Gewohnheitssache. Es soll den ein oder anderen geben, der Hörbüchern einfach nichts abgewinnen kann – ich selbst war so jemand. Gut, als Kind war ich besessen von Hörspielen, aber diese Liebe für Gesprochenes hat sich nicht ins Erwachsenenalter übertragen. Bis jetzt. Denn gerade mit all den Angeboten, die es heutzutage gibt, fallen viele der negativen Aspekte weg, die mich oft davon angehalten haben, nach einem Hörbuch zu greifen.

Man braucht keine CDs mehr (auch wenn es sie natürlich noch gibt) und frei verfügbare Hörproben erlauben es, nicht nur eine Kostprobe der Geschichte, sondern auch der jeweiligen Sprecher*in zu bekommen. Und das ist unheimlich wichtig, denn jede Geschichte verändert sich, lebt von der Interpretation. Dieser Einfluss kann gut oder schlecht sein, je nach dem persönlichen Geschmack.

Wer nun gerade in dieser seltsamen, von Viren und Bleibt-daheim Kampagnen geprägten Zeit in das ein oder andere Hörbuch hineinschnuppern will, dem bieten sich einige Möglichkeiten. Auf Spotify zum Beispiel gibt es einiges an Auswahl - übrigens besonders für Kids - so ist dort unter anderem Percy Jackson und Land of Stories zu finden, oder auch das Hörbuch zu Ready Player One. Das macht natürlich am meisten Sinn, wenn man sowieso schon ein Spotify-Abo hat.

Eine weitere Möglichkeit ist Bookbeat. Ähnlich wie bei Spotify zahlt man hier einen monatlichen Beitrag und hat dann Zugriff auf den kompletten Inhalt, bei Bookbeat sind das über 10.000 Hörbücher.

Ich persönlich nutze hauptsächlich Audible, einfach weil die meisten Hörbücher, die mich interessieren, sehr aktuell und meistens (noch) nicht bei den anderen Anbietern verfügbar sind. Hier zahlt und bekommt man ein Hörbuch monatlich, über sogenannte Credits. Ein Credit = ein Hörbuch, und diese können auch gesammelt oder zusätzliche Credits pro Monat gekauft werden.

Egal wo man seine Hörbücher herbekommt, sich Bücher vorlesen lassen kann eine tolle Alternative zum selber lesen sein. Für mich werden sie das physische Lesen nie völlig ersetzen, aber so für zwischendurch genieße ich das ein oder andere Hörbuch doch sehr.

Wie ist das bei euch? Wer mag Hörbücher sonst noch so?

Macht’s gut, bleibt gesund, und schön daheimbleiben!

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